Katzen sind Meister im Verstecken. In der Natur ist ein krankes Tier leichte Beute, deshalb zeigen Katzen Schmerzen und Schwäche oft erst spät. Für dich heißt das: Kleine Veränderungen sind wichtig. Wer seine Katze gut kennt, bemerkt früh, wenn etwas nicht stimmt. Hier erfährst du, auf welche Zeichen du achten solltest.
Was bei deiner Katze normal ist
Die beste Grundlage ist, das normale Verhalten deiner Katze zu kennen. Wie viel frisst sie? Wie oft geht sie aufs Katzenklo? Wo schläft sie gern? Wie aktiv ist sie? Wenn du das weißt, fallen dir Abweichungen schneller auf. Viele Krankheiten beginnen schleichend. Ein Blick auf das Gewicht oder die Trinkmenge kann viel verraten.
Warnzeichen beim Fressen und Trinken
- Weniger Appetit oder gar kein Appetit: Frisst deine Katze länger als einen Tag nichts, solltest du zum Tierarzt. Bei Katzen kann längeres Fasten die Leber schädigen.
- Plötzlicher Heißhunger: Kann auf eine Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes hindeuten, besonders bei älteren Katzen.
- Viel mehr Durst: Häufiges Trinken ist ein typisches Zeichen für Nierenprobleme oder Diabetes.
- Gewichtsverlust oder -zunahme: Auch ohne Futterumstellung ein Warnzeichen.
- Probleme beim Fressen: Die Katze kaut nur auf einer Seite, lässt Futter fallen oder sabbert. Oft stecken Zahnschmerzen dahinter.
Welches Futter und welche Menge normal sind, erklärt der Ratgeber Katze richtig füttern. Wenn du die übliche Menge kennst, bemerkst du Veränderungen früher.
Warnzeichen auf dem Katzenklo
Das Katzenklo ist ein guter Gesundheitsspiegel. Achte auf:
- deutlich mehr oder weniger Urin als sonst;
- Blut im Urin;
- häufiges Pressen mit wenig Ergebnis;
- Durchfall oder sehr harten Kot;
- Urin oder Kot außerhalb des Katzenklos.
Unsauberkeit ist oft kein Trotz. Häufig sind Schmerzen, eine Blasenentzündung oder Stress der Grund.
Wie du das Katzenklo sauber hältst und richtig aufstellst, liest du in Katzenpflege im Alltag.
Warnzeichen am Körper
- Fell: stumpf, struppig oder fettig. Eine Katze, die sich nicht mehr putzt, fühlt sich oft nicht gut. Übermäßiges Putzen mit kahlen Stellen kann auf Juckreiz oder Stress hindeuten.
- Augen und Nase: Ausfluss, Rötung, trübe Augen oder ein sichtbares drittes Augenlid.
- Maul: Mundgeruch, rotes Zahnfleisch, Zahnstein.
- Atmung: Husten, Niesen, schnelles Atmen oder Atmen mit offenem Maul.
- Erbrechen: Gelegentliches Hochwürgen von Haarballen kann vorkommen. Häufiges Erbrechen ist nicht normal.
- Bewegung: Die Katze springt nicht mehr auf ihre Lieblingsplätze, hinkt oder bewegt sich steif. Das kann auf Arthrose hindeuten.
Warnzeichen im Verhalten
Oft zeigt sich eine Krankheit zuerst im Verhalten:
- Die Katze versteckt sich mehr als sonst.
- Sie ist ungewöhnlich müde oder teilnahmslos.
- Sie ist gereizt, faucht oder will nicht angefasst werden.
- Sie miaut mehr oder lauter, vor allem nachts.
- Sie sitzt zusammengekauert mit eingezogenem Kopf.
Schmerzen am Gesicht erkennen
Forscher haben eine Skala entwickelt, mit der man Schmerzen im Gesicht einer Katze erkennen kann: die Feline Grimace Scale, auf Deutsch etwa Katzen-Grimassen-Skala. Sie achtet auf fünf Merkmale:
- Ohren sind nach außen gedreht oder abgeflacht.
- Augen sind zusammengekniffen.
- Die Schnauze wirkt angespannt.
- Die Schnurrhaare sind gerade und nach vorn gerichtet.
- Der Kopf hängt unter der Schulterlinie.
Siehst du mehrere dieser Zeichen, hat deine Katze wahrscheinlich Schmerzen.
Achtung: Schnurren ist nicht immer ein Zeichen von Wohlbefinden. Manche Katzen schnurren auch, wenn sie Schmerzen haben oder sich beruhigen wollen.
Wann es ein Notfall ist
Bei diesen Zeichen solltest du sofort in eine Tierarztpraxis oder Tierklinik fahren:
| Anzeichen | Warum es dringend ist |
|---|---|
| Kater presst, aber es kommt kein Urin | mögliche Harnröhrenverstopfung, lebensgefährlich |
| Atemnot, Atmen mit offenem Maul | Sauerstoffmangel |
| Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit | Notfall |
| Verdacht auf Vergiftung, etwa durch Lilien oder Medikamente | schnelle Hilfe nötig |
| Unfall, Sturz, starke Blutung | innere Verletzungen möglich |
| Lähmung der Hinterbeine, plötzliche Schmerzen | zum Beispiel Blutgerinnsel |
| frisst und trinkt gar nicht mehr | Austrocknung, Leberschaden |
Lilien sind für Katzen sehr giftig. Schon Blütenstaub kann die Nieren schädigen. Gib deiner Katze außerdem nie Schmerzmittel für Menschen.
Was du vor dem Tierarztbesuch tun kannst
- Notiere, seit wann dir die Veränderung auffällt.
- Schreib auf, was deine Katze gefressen und getrunken hat.
- Mach Fotos oder kurze Videos, zum Beispiel von Hinken oder Atmung.
- Nimm, wenn möglich, eine Urinprobe oder eine Kotprobe mit.
Diese Infos helfen dem Tierarzt, schneller die richtige Ursache zu finden.
Vorsorge hilft
Viele Krankheiten lassen sich früh erkennen, wenn deine Katze regelmäßig untersucht wird. Ältere Katzen sollten öfter zum Check. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber Vorsorge bei Katzen. Wie du das normale Verhalten deiner Katze besser verstehst, erklärt Katzenverhalten verstehen.
Häufige Fragen
Wie lange darf eine Katze nichts fressen?
Frisst eine erwachsene Katze länger als einen Tag gar nichts, solltest du sie untersuchen lassen. Bei Kätzchen, sehr alten oder übergewichtigen Katzen geh noch früher zum Tierarzt.
Ist eine warme, trockene Nase ein Zeichen für Fieber?
Nein, das ist ein Mythos. Die Nase sagt wenig über die Körpertemperatur aus. Fieber lässt sich nur mit einem Thermometer zuverlässig messen. Das macht am besten die Tierarztpraxis.
Meine Katze erbricht manchmal Haarballen. Ist das schlimm?
Gelegentlich ist das normal, vor allem bei Langhaarkatzen. Erbricht deine Katze aber häufig oder wirkt dabei krank, lass sie untersuchen.
Quellen und redaktioneller Hinweis
- Cat Friendly Homes (American Association of Feline Practitioners) — Signs & Symptoms
- Université de Montréal — Feline Grimace Scale
- AAHA/AAFP — Feline Life Stage Guidelines
Von Miauly anhand der oben verlinkten Quellen erstellt und am 17. Oktober 2026 geprüft.