Ratgeber für das Leben mit Katzen · 04

Katzenrassen im Überblick: Charakter, Pflege und Gesundheit

Maine Coon, Britisch Kurzhaar, Siam oder Hauskatze? Beliebte Katzenrassen im Überblick, mit Charakter, Pflegeaufwand und typischen Gesundheitsrisiken.

Miauly · Veröffentlicht am 17. Oktober 2026 · Aktualisiert am 17. Oktober 2026

Die meisten Katzen in Deutschland sind keine Rassekatzen, sondern ganz normale Hauskatzen. Trotzdem interessieren sich viele Menschen für Rassen. Manche wünschen sich eine besonders verschmuste Katze, andere eine mit wenig Pflegeaufwand. Hier bekommst du einen Überblick über beliebte Rassen und erfährst, worauf du achten solltest.

Wie viele Katzenrassen gibt es?

Das hängt vom Verband ab. Der internationale Dachverband FIFe erkennt derzeit 48 Rassen voll an, zwei weitere vorläufig. Andere Verbände zählen mehr oder weniger. Neben den Rassen gibt es Hauskatzen und Mischlinge. Sie sind keine „zweite Wahl“: Hauskatzen sind oft robust und gesund.

Wichtig: Hauskatze und Europäisch Kurzhaar sind nicht dasselbe. Die Europäisch Kurzhaar ist eine eigene Rasse mit Stammbaum, auch wenn sie einer Hauskatze ähnlich sieht.

Beliebte Rassen im Überblick

RasseCharakterPflegeGesundheit
Maine Coonsanft, verspielt, geselligmittel, regelmäßig bürstenHerz (HCM), Hüftgelenke
Britisch Kurzhaarruhig, ausgeglichen, eher unabhängiggeringHerz (HCM), Neigung zu Übergewicht
Persersehr ruhig, anhänglichhoch, tägliches Bürstenkurze Nase, Atemwege, Augen, Nieren (PKD)
Siamgesprächig, aktiv, menschenbezogengeringZähne, Atemwege
Ragdollsehr sanft, verschmustmittelHerz (HCM)
Norwegische Waldkatzeaktiv, kletterfreudigmittel, im Fellwechsel mehrmeist robust
Bengalsehr aktiv, neugierig, forderndgeringbraucht viel Beschäftigung
Russisch Blauruhig, sensibel, zurückhaltendgeringmeist robust
Heilige Birmafreundlich, ausgeglichenmittelmeist robust
Abessinierlebhaft, verspielt, neugieriggeringNieren, Zähne
Sphynxanhänglich, aktivhoch, Haut regelmäßig pflegenfehlende Tasthaare, Haut, Herz

Die Angaben sind Tendenzen. Jede Katze ist ein eigener Charakter, auch innerhalb einer Rasse.

Kurzporträts

Maine Coon: Eine der größten Hauskatzenrassen. Trotz ihrer Größe ist sie sanft und freundlich. Sie ist gern dabei, wenn etwas los ist, und braucht Platz zum Klettern.

Britisch Kurzhaar: Bekannt für ihr dichtes, plüschiges Fell und das runde Gesicht. Sie ist ruhig und kommt gut mit dem Alleinsein zurecht. Achte darauf, dass sie nicht zu dick wird.

Perser: Langes Fell und ein sehr ruhiges Wesen. Das Fell muss täglich gekämmt werden. Viele Perser haben eine stark verkürzte Nase. Das kann zu Atemproblemen und tränenden Augen führen.

Siam: Schlank, mit blauen Augen und dunklen Abzeichen. Siamkatzen sind sehr gesprächig und brauchen viel Kontakt. Allein fühlen sie sich oft nicht wohl.

Ragdoll: Der Name kommt davon, dass viele Ragdolls auf dem Arm entspannt „wie eine Stoffpuppe“ hängen. Sie sind sehr menschenbezogen und eher für die Wohnung geeignet.

Norwegische Waldkatze: Robust, mit wasserabweisendem Fell und buschigem Schwanz. Sie klettert gern und liebt Beschäftigung.

Bengal: Ihr geflecktes Fell erinnert an eine Wildkatze. Bengalen sind sehr aktiv und brauchen viel Abwechslung. Für ruhige Haushalte sind sie oft nicht die richtige Wahl.

Qualzucht: Wenn das Aussehen krank macht

Manche Zuchtmerkmale schaden den Tieren. In Deutschland verbietet das Tierschutzgesetz Qualzuchten. Trotzdem werden solche Katzen weiter gezüchtet und verkauft. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Scottish Fold: Die gefalteten Ohren entstehen durch einen Gendefekt, der auch Knorpel und Knochen betrifft. Viele Tiere leiden an schmerzhaften Gelenkveränderungen.
  • Sehr kurze Nasen: Extreme Zuchtformen bei Perser und Exotisch Kurzhaar haben oft Atemnot, verengte Tränenkanäle und Zahnfehlstellungen.
  • Katzen ohne Tasthaare: Bei manchen Nacktkatzen fehlen die Schnurrhaare. Damit fehlt ein wichtiges Sinnesorgan.
  • Reinweiße Katzen: Weiße Katzen mit blauen Augen sind häufiger taub.

Kauf keine Katzen mit solchen Merkmalen. Du unterstützt damit sonst die Zucht.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Seriöse Zucht: Ein guter Züchter zeigt dir die Mutterkatze und die Umgebung. Die Kätzchen wachsen im Haus auf.
  • Gesundheitstests: Frag nach Tests für rassetypische Krankheiten, etwa Herzultraschall auf HCM oder Gentests auf PKD.
  • Alter: Kätzchen sollten frühestens mit zwölf Wochen abgegeben werden. Sie sollten geimpft, entwurmt und gechippt sein.
  • Papiere: Ein Stammbaum von einem anerkannten Verband zeigt, dass die Katze wirklich aus einer Rassezucht stammt.
  • Finger weg: von Billigangeboten im Internet, Übergaben auf Parkplätzen und Kätzchen ohne Impfpass.

Die Alternative: Tierheim

Im Tierheim warten viele Katzen auf ein Zuhause, darunter auch Rassekatzen. Das Team dort kennt die Tiere gut und hilft dir, eine Katze zu finden, die zu deinem Leben passt. Oft sind die Katzen schon geimpft, gechippt und kastriert.

Welche Katze passt zu mir?

Wichtiger als die Rasse ist die Frage, was du der Katze bieten kannst:

  • Hast du viel oder wenig Zeit?
  • Lebst du in einer Wohnung oder mit Garten?
  • Gibt es Kinder oder andere Tiere?
  • Wie viel Zeit hast du für die Fellpflege?

Eine aktive Katze langweilt sich in einem ruhigen Haushalt. Eine sehr menschenbezogene Katze leidet, wenn sie oft allein ist. Wie du eine neue Katze gut eingewöhnst, liest du in Neue Katze zu Hause. Mehr über Fellfarben und Muster findest du in Fellfarben und Fellmuster bei Katzen.

Quellen und redaktioneller Hinweis

Von Miauly anhand der oben verlinkten Quellen erstellt und am 17. Oktober 2026 geprüft.