Vorbeugen ist besser als heilen. Das gilt auch für Katzen. Viele Krankheiten lassen sich verhindern oder früh erkennen, wenn du ein paar Dinge regelmäßig erledigst. In diesem Ratgeber erfährst du, was zur Vorsorge gehört und wie oft deine Katze zum Tierarzt sollte.
Der jährliche Gesundheitscheck
Erwachsene Katzen sollten mindestens einmal im Jahr gründlich untersucht werden. Katzen ab etwa zehn Jahren gehören zu den Senioren. Für sie wird ein Check alle sechs Monate empfohlen.
Bei der Untersuchung schaut der Tierarzt unter anderem auf:
- Gewicht und Körperform;
- Herz und Lunge;
- Augen, Ohren und Maul;
- Fell und Haut;
- Bauch, Gelenke und Lymphknoten.
Bei älteren Katzen sind oft Blut- und Urinuntersuchungen sinnvoll. Damit lassen sich Nierenkrankheiten, Diabetes oder eine Schilddrüsenüberfunktion früh erkennen. Auch der Blutdruck wird bei Senioren häufig gemessen.
Impfungen
Impfungen schützen vor gefährlichen Infektionen. Man unterscheidet zwischen Impfungen, die jede Katze bekommen sollte, und solchen, die vom Lebensstil abhängen.
Für alle Katzen (auch Wohnungskatzen):
- Katzenseuche (Panleukopenie): Das Virus ist sehr widerstandsfähig und kann auch an Schuhen in die Wohnung gelangen.
- Katzenschnupfen: Die Impfung schützt vor dem Herpesvirus und dem Calicivirus.
Je nach Lebensstil:
- Tollwut: für Freigänger und für Katzen, die ins Ausland reisen.
- Leukose (FeLV): für Freigänger, nach einem negativen Test.
Der typische Ablauf bei Kätzchen: Die erste Impfung gibt es meist mit etwa acht Wochen. Danach folgen weitere Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen bis etwa zur 16. Lebenswoche, gegen Katzenseuche oft bis zur 20. Woche. Ein Jahr später wird aufgefrischt. Danach reichen bei vielen Impfungen Abstände von bis zu drei Jahren.
Wie oft genau aufgefrischt wird, hängt von Impfstoff, Alter und Risiko ab. Bei der Katzenseuche kann ein Antikörpertest zeigen, ob eine Auffrischung nötig ist. Sprich den Impfplan mit deiner Tierarztpraxis ab.
Parasiten
Würmer, Flöhe und Zecken sind häufig, besonders bei Freigängern.
Würmer: Wie oft du entwurmst, hängt vom Risiko ab. Katzen, die draußen jagen und Mäuse fressen, werden oft viermal im Jahr entwurmt. Reine Wohnungskatzen brauchen meist seltener eine Behandlung. Statt zu entwurmen, kann man auch regelmäßig den Kot untersuchen lassen.
Flöhe: Kratzen, kleine schwarze Krümel im Fell und Hautentzündungen sind typische Zeichen. Flöhe können auch Bandwürmer übertragen. Bei Freigängern ist ein regelmäßiger Schutz sinnvoll.
Zecken: Kontrolliere Freigänger regelmäßig, vor allem an Kopf, Hals und Ohren. Entferne Zecken mit einer Zeckenzange.
Wichtig: Verwende nie Floh- oder Zeckenmittel für Hunde. Manche enthalten Permethrin. Dieser Wirkstoff ist für Katzen sehr giftig.
Zahngesundheit
Zahnprobleme sind bei Katzen sehr verbreitet. Studien zeigen, dass 50 bis 90 Prozent der Katzen über vier Jahren eine Zahnerkrankung haben. Viele Katzen fressen trotz Schmerzen weiter. Darum bleiben die Probleme oft lange unbemerkt.
So hältst du die Zähne gesund:
- Zähneputzen: Tägliches Putzen kann den meisten Zahnerkrankungen vorbeugen. Gewöhn deine Katze langsam daran, über mehrere Wochen.
- Nur Katzenzahnpasta: Zahnpasta für Menschen kann für Katzen giftig sein.
- Kontrolle: Lass die Zähne bei jedem Check anschauen.
- Zahnreinigung: Bei viel Zahnstein empfiehlt der Tierarzt oft eine Zahnreinigung unter Narkose.
Es reicht, die Außenseiten der Zähne zu putzen. Die Innenseiten reinigt die Zunge der Katze.
Wie du das Zähneputzen in die tägliche Pflege einbaust, liest du in Katzenpflege im Alltag.
Kastration und Kennzeichnung
Kastration: Sie verhindert ungewollten Nachwuchs und senkt das Risiko für einige Krankheiten. Kastrierte Kater markieren und kämpfen seltener. In vielen Städten und Gemeinden ist die Kastration von Freigängern Pflicht.
Mikrochip und Registrierung: Ein Chip hilft, eine entlaufene Katze wiederzufinden. Er nützt aber nur, wenn die Katze registriert ist. Bei TASSO und FINDEFIX ist die Registrierung kostenlos.
Gewicht im Blick behalten
Übergewicht ist bei Wohnungskatzen und kastrierten Katzen häufig. Es erhöht das Risiko für Diabetes und Gelenkprobleme. Wieg deine Katze regelmäßig, zum Beispiel einmal im Monat. Du solltest ihre Rippen leicht ertasten, aber nicht sehen können. Mehr dazu liest du in Katze richtig füttern.
Checkliste Vorsorge
- Gesundheitscheck einmal im Jahr, Senioren alle sechs Monate
- Impfungen nach Plan auffrischen
- Entwurmung oder Kotuntersuchung nach Risiko
- Floh- und Zeckenschutz für Freigänger
- Zähne regelmäßig kontrollieren und putzen
- Kastriert, gechippt und registriert
- Gewicht regelmäßig prüfen
Woran du erkennst, dass deine Katze zwischen den Checks krank sein könnte, liest du in Ist deine Katze krank? Die wichtigsten Warnzeichen.
Häufige Fragen
Muss eine reine Wohnungskatze geimpft werden?
Ja. Die Erreger von Katzenseuche und Katzenschnupfen können über Schuhe, Kleidung oder Hände in die Wohnung gelangen. Gegen diese beiden Krankheiten sollte jede Katze geschützt sein.
Was kostet die Vorsorge?
Das hängt von der Praxis und den Leistungen ab. In Deutschland richten sich die Preise nach der Gebührenordnung für Tierärzte. Frag vorher nach den Kosten. Eine Krankenversicherung oder ein Vorsorgeplan der Praxis kann helfen, die Ausgaben zu planen.
Quellen und redaktioneller Hinweis
- ABCD (Advisory Board on Cat Diseases) — Guideline for Feline Panleukopenia (Impfempfehlungen)
- AAHA/AAFP — Feline Life Stage Guidelines
- Cornell Feline Health Center — Feline Dental Disease
Von Miauly anhand der oben verlinkten Quellen erstellt und am 17. Oktober 2026 geprüft.